strukturierte Zusammenfassung des „Leitfaden zur Unterrichtsplanung“ (Version 1.1, Stand Nov. 2025).
Nicht alle Punkte müssen zwingend in jeder Skizze enthalten sein; eigene Formate sind willkommen.
1. Formale Vorgaben
- Umfang: Die Unterrichtsskizze umfasst maximal 4 Seiten (bei Doppelbesuchen 5 Seiten).
- Anhang: Maximal 10 Seiten für lernrelevante Unterlagen (exemplarisch).
- Format: Skizze und Anlagen als ein einziges PDF versenden.
- Qualität: Die Materialien für Schüler müssen sprachlich vorbildlich, orthografisch fehlerfrei und urheberrechtlich abgesichert sein.
- Stil: Das Schreiben in der „Ich-Form“ wird empfohlen, um Entscheidungen persönlich zu begründen.
2. Inhaltliche Struktur
Die Planung gliedert sich in folgende Bereiche:
A. Abstract
Eine Kurzzusammenfassung des Vorhabens in 2–5 Sätzen.
B. Zu den Lernbedingungen (Diagnostik & Rahmen)
Hier wird die Ausgangslage analysiert:
- Rahmendaten: Klasse, Raum, Ausstattung.
- Lernsetting: Lernkultur, Arbeitsformen, Gruppenbildung.
- Diagnostik (Zentral!): Ressourcenorientierte Beschreibung der Kompetenzen („Was können sie schon?“). Heterogenität und individuelle Potenziale (fachlich, personal, sozial) hervorheben.
- Gefährdungsanalyse: (Nur bei Labor/Werkstatt relevant).
C. Ziele
Ziele werden „vom Ende her“ und kompetenzorientiert formuliert („Die Schüler können…“):
Ziel-Ebenen:
- Stundenziel: Konkreter Kompetenzzuwachs dieser Stunde.
- Lernfeldziel: Langfristige Ziele der Einheit/des Blocks.
- Übergreifende Ziele: Bezüge zu Lernstrategien oder Übergangsprozessen (z.B. Studierfähigkeit).
D. Didaktische & Methodische Entscheidungen
Hier begründet die Lehrkraft, warum sie den Unterricht so plant.
Theoretische Fundierung: Nutzung didaktischer Modelle zur Strukturierung (z. B. Sloane, Rauner, Prozessmodell nach Bauch, PDCA, Agile Methoden oder eigene Modelle).
Begründungszusammenhang: Warum wurden diese Entscheidungen getroffen? (Bezug zur Diagnostik und Theorie). Fortgeschrittene: Antizipation von situativen Entscheidungen (Plan B).
Sicherheitsstrategie: Konkrete Maßnahmen zur Gefahrenabwehr (falls relevant).
4. Stundenablauf
Eine tabellarische oder visuelle Übersicht (Artikulationsschema) ist hilfreich, aber kein Muss.
- Tipp: Zeitplanung nicht zu eng takten, um Flexibilität für den Lernprozess zu behalten.
Anregungen zur inhaltlichen Auseinandersetzung
Auf dem Weg zum kompetenzorientierten Unterricht — Lehr- und Lernprozesse gestalten, Werner Bauch, Michael Katzenbach, Christoph Maitzen, 1. Auflage, Frankfurt 2011
Die Broschüre des Hessischen Kultusministeriums beschreibt den notwendigen Wandel von der reinen Stoffvermittlung hin zur Kompetenzorientierung, bei der nicht der Input der Lehrkraft, sondern die tatsächliche Anwendungsfähigkeit der Schüler (Output) im Mittelpunkt steht. Kern des Konzepts ist ein zirkuläres Modell, das den Unterricht in fünf Phasen strukturiert: Vom Anknüpfen an das Vorwissen über die individuelle Gestaltung von Lernwegen und kontinuierliches Feedback bis hin zum vertiefenden Üben und der abschließenden Bilanzierung. Ziel ist es, durch Transparenz und eine veränderte Lehrerrolle als Lernbegleiter nachhaltiges Problemlösen statt reinem Faktenwissen zu fördern.