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MDFB · Folien aus den Sitzungen

Die Wahl verrät mehr als das Ergebnis

Warum zwei Lernende dieselbe Aufgabe meiden — und was ihre Wahl über Erfolgserwartung und Misserfolgsangst verrät.

2 Folien · nach Atkinson 1957

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Risikowahlmodell · Atkinson 1957

Die Wahl verrät mehr als das Ergebnis

Drei Niveaus derselben Aufgabe liegen auf dem Tisch. Mia nimmt das mittlere. Jonas nimmt das leichteste und ist nach zwei Minuten fertig. Ayla nimmt das schwerste und gibt leer ab.

Zwei von dreien haben nichts gelernt – aus demselben Grund.

Wer sich Erfolg zutraut, sucht die Aufgabe mit offenem Ausgang. Nur dort erfährt man etwas über sich.

Wer Misserfolg fürchtet, weicht ihr aus – nach unten oder nach oben. Am Leichten scheitert man nicht, am Unlösbaren scheitern alle.

Die Wahl des Niveaus sagt wenig über das Können und viel über die Erwartung.

traut sich Erfolg zu fürchtet Misserfolg zieht an stößt ab sicherer Treffer 50 : 50 kaum zu schaffen

Dieselbe Aufgabe, zwei gegenläufige Wirkungen. Der Ausschlag hängt daran, für wie wahrscheinlich jemand den eigenen Erfolg hält.

Wo das Modell endet: Es erklärt die Wahl, noch nicht die Wirkung danach. Ob ein gelungener Versuch ankommt, hängt daran, worauf die Lernenden ihn schieben – auf eigenes Können oder auf Glück. Diesen Schritt haben Heckhausen und Weiner ergänzt.
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Was das für unsere drei Handlungsfelder heißt

Aus der Beobachtung wird ein Handgriff

Diagnostizieren

Wer greift immer zum Sicheren, wer immer zum Unerreichbaren? Das ist beobachtbar, sobald es überhaupt etwas zu wählen gibt.

Handgriff: Wahlaufgaben in drei Stufen anbieten und nur mitschreiben, wer was nimmt. Über mehrere Stunden entsteht ein Muster.

Fördern

Die Erwartung lässt sich verschieben. Wer dreimal erlebt hat, dass er weiterkommt, schätzt den vierten Versuch anders ein.

Handgriff: Zwischenziele setzen und den eigenen Fortschritt sichtbar machen, gemessen am eigenen Ausgangspunkt.

Beurteilen

Wer immer am Klassenschnitt gemessen wird und immer unten landet, hat gute Gründe, dem offenen Ausgang auszuweichen.

Handgriff: Klar sagen, was gefordert ist, und Übungsphasen erkennbar von Bewertungsphasen trennen.

Übung · 20 Minuten · „Wo stehe ich – und wobei?“

1 · Werfen · 5 min

Papierkorb, Papierkugeln, drei Würfe, den Abstand wählt jede Person selbst. In der zweiten Runde werden die Treffer mit Namen an der Tafel notiert. Wer rückt jetzt näher heran?

2 · Verorten · 8 min

Vier Situationen, je eine Skala von 1 (auf Nummer sicher) bis 10 (volles Risiko): eigener Unterrichtsbesuch, fachfremde Vertretung, Elterngespräch mit Konflikt, Wortmeldung in der Gesamtkonferenz. Punkte setzen, Linie verbinden.

3 · Austauschen · 7 min

Zu zweit: Die Linie hat Zacken. Woran liegt das? Was unterscheidet die vier Situationen – Erfahrung, Reiz, Publikum, Bewertung?

Transferimpuls: Die Zacken entstehen an der Situation. Welche dieser Bedingungen können Sie im Unterricht für Ihre Schülerinnen und Schüler verändern – und welche verändern Sie mit Ihrer Bewertungspraxis bereits, ohne es zu wollen?
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