Blooms Taxonomie

Lernziele richtig setzen

Wie for­mu­lie­re ich Lern­zie­le so, dass sie klar, mess­bar und sinn­voll auf­ein­an­der auf­ge­baut sind?

Die Lern­ziel­ta­xo­no­mie ist ein Ord­nungs­sys­tem. Sie hilft dir dabei:

  • Unter­richt zu struk­tu­rie­ren: Vom Ein­fa­chen zum Kom­ple­xen.
  • Klau­su­ren fair zu gestal­ten: Auf­ga­ben­stel­lun­gen wer­den kal­ku­lier­ba­rer.
  • Qua­li­tät zu sichern: Es wird nach­voll­zieh­ba­rer, ob Ler­nen­de wirk­lich ver­stan­den haben oder nur aus­wen­dig wis­sen.
Beur­tei­lung prü­fen, bewer­ten, ent­schei­den
Syn­the­se ent­wer­fen, pla­nen, gestal­ten
Ana­ly­se unter­su­chen, glie­dern, ver­glei­chen
Anwen­dung anwen­den, berech­nen, lösen
Ver­ständ­nis erklä­ren, begrün­den, ord­nen
Wis­sen nen­nen, auf­zäh­len, defi­nie­ren

1. Wissen (Erinnern)

Hier geht es um das rei­ne Wie­der­ge­ben von Fak­ten. Die Ler­nen­den sol­len etwas aus­wen­dig ler­nen und repro­du­zie­ren.

  • Fak­ten­wis­sen, Begrif­fe, Regeln oder Abläu­fe wer­den abge­ru­fen.
  • nen­nen, auf­zäh­len, defi­nie­ren, beschrei­ben, wie­der­ge­ben, skiz­zie­ren
  • Bei­spiel: “Nen­nen Sie die sechs Stu­fen der Bloom­schen Taxo­no­mie.”

2. Verständnis

Auf die­ser Stu­fe wird das Gelern­te in einen eige­nen Kon­text gesetzt.

  • Inhal­te wer­den in eige­nen Wor­ten erklärt oder gra­fisch dar­ge­stellt.
  • erklä­ren, begrün­den, erläu­tern, ord­nen, ver­glei­chen, inter­pre­tie­ren
  • Bei­spiel: “Erklä­ren Sie in eige­nen Wor­ten, war­um Stu­fe 1 die Basis für Stu­fe 2 ist.”

3. Anwendung

Das ver­stan­de­ne Wis­sen muss auf eine neue Situa­ti­on über­tra­gen wer­den.

  • Regeln oder Metho­den wer­den in unbe­kann­ten Kon­tex­ten genutzt (Trans­fer).
  • anwen­den, berech­nen, lösen, ent­wi­ckeln, nut­zen, bewei­sen.
  • Bei­spiel: “Berech­nen Sie anhand der For­mel den Mate­ri­al­be­darf für unser neu­es Pro­jekt.”

4. Analyse

Ler­nen­de unter­tei­len kom­ple­xe Sach­ver­hal­te in ihre Ein­zel­tei­le, um Struk­tu­ren zu ver­ste­hen.

  • Zusam­men­hän­ge, Prin­zi­pi­en und Feh­ler wer­den iden­ti­fi­ziert.
  • ana­ly­sie­ren, glie­dern, unter­su­chen, gegen­über­stel­len, klas­si­fi­zie­ren, ablei­ten.
  • Bei­spiel: “Ana­ly­sie­ren Sie den vor­lie­gen­den Unter­richts­ent­wurf auf didak­ti­sche Feh­ler.”

5. Synthese (Kreieren)

Aus Ein­zel­tei­len ent­steht etwas Neu­es. Dies ist der Schritt zum eige­nen “Werk”.

  • Ver­schie­de­ne Ele­men­te wer­den neu kom­bi­niert, um ein eige­nes Kon­zept oder Pro­dukt zu erstel­len.
  • ent­wer­fen, kon­stru­ie­ren, pla­nen, ent­wi­ckeln, gestal­ten, orga­ni­sie­ren.
  • Bei­spiel: “Ent­wi­ckeln Sie ein alter­na­ti­ves Unter­richts­kon­zept für eine 90-minü­ti­ge Ein­heit.”

6. Beurteilung (Evaluieren)

Den Wert einer Sache kri­tisch prü­fen.

  • Ein Sach­ver­halt wird anhand von Kri­te­ri­en beur­teilt, Ent­schei­dun­gen wer­den gefällt und begrün­det.
  • bewer­ten, beur­tei­len, ent­schei­den, prü­fen, gewich­ten, wider­le­gen.
  • Bei­spiel: “Beur­tei­len Sie, ob das ent­wi­ckel­te Kon­zept für die Ziel­grup­pe ange­mes­sen ist.”

Bloom vs. Anderson: Ein kleiner Unterschied

Das ursprüng­li­che Modell stammt von Ben­ja­min Bloom (1956). Spä­ter wur­de es von Kra­th­wohl und Ander­son (2001) über­ar­bei­tet.

Der wich­tigs­te Unter­schied liegt an der Spit­ze:

  • Bei Bloom ist die Beur­tei­lung (Eva­lua­ti­on) das höchs­te Ziel. Erst wenn man etwas bewer­ten kann, hat man es gemeis­tert.
  • Bei Ander­son steht das Kre­ieren (Syn­the­se) ganz oben. Etwas Neu­es zu erschaf­fen gilt hier als kogni­tiv anspruchs­vol­ler als “nur” zu bewer­ten.


Quel­le: Zusam­men­fas­sung basie­rend auf der Hand­rei­chung “Lern­zie­le und Taxo­no­mie”, Cam­pus­wei­te Schreib­werk­statt, Uni Mainz [PDF].

Weiterführend …

Denk­stu­fen­mo­dell