Den Lernprozess begleiten — Lerncoaching im Unterricht
Lernende steuern ihr Lernen zunehmend selbst, wenn jemand sie dabei begleitet — Ziele klärt, Strategien sichtbar macht und mit Fragen antwortet, die zum eigenen Denken einladen. Das ist der Kern des Lerncoachings.
Die Haltung des Lernbegleiters
Die Lehrkraft als Lerncoach unterstützt die Lernenden darin, ihr eigenes Lernen zu steuern: Wo will ich hin? Wo stehe ich? Was ist mein nächster Schritt? Hardeland beschreibt dafür Werkzeuge — Ziele klären, Lernstrategien explizit machen, Reflexion anstoßen und mit Fragen arbeiten, die die Lernenden selbst denken lassen.
Auf der Ebene der Selbststeuerung
Begleiten setzt dort an, wo Hatties wirksame Feedback-Ebene der Selbstregulation liegt. Wer lernt, den eigenen Lernweg zu beobachten und anzupassen, wird unabhängiger von der einzelnen Rückmeldung — und erlebt, das eigene Lernen in der Hand zu haben.
Warum das fördert
Die Unterstützung ist so gebaut, dass sie sich zurücknehmen kann: Was die Lernenden heute mit Begleitung schaffen, schaffen sie morgen allein. Jeder selbst gegangene Schritt ist eine Bewältigungserfahrung — und stärkt das Zutrauen, den nächsten selbst zu gehen.
Handlungsleitend:
- Mit einer Frage antworten, die zum nächsten Gedanken einlädt.
- Die Lernenden den nächsten Schritt selbst benennen lassen.
- Strategien explizit machen, damit sie übertragbar werden.
→ Siehe auch: Das Feedbackmodell von Hattie & Timperley (Selbstregulation, FR) · Ermöglichen statt vollziehen · Selbstwirksamkeit — woraus sie entsteht